Die erste eigene Wohnung

Hallo ihr Lieben,
ich melde mich endlich wieder mit einem aktuellen Post.
Nun ist genau ein Monat vergangen, seitdem ich nicht mehr in Hannover lebe
Ich muss sagen, die Zeit ist recht schnell vergangen, was wahrscheinlich daran liegt, dass ich ziemlich lange Uni habe, dafür aber immer Freitags frei habe – witzig, was für ein Wortspiel.

Nun ja, zu dem Thema gibt es eigentlich viel zu fragen und zu sagen, oder? Wieso, weshalb, warum?

Nun ja, dieses Jahr machte ich mein Abitur fertig und wusste: ich möchte studieren. 
Ich wusste auch ganz genau was ich studieren möchte, die Frage stellte sich aber immer wieder: Wo? Bleibe ich in Hannover wohnen, rechne mit Wartesemestern oder einer Absage, oder ziehe ich weg?
Fest entschlossen, dass ich in Hannover bleiben möchte, reichte ich meine Unterlagen an der Universität ein. Es verging ein Monat und ich bekam keine Antwort, ich wusste: Die Absage wird kommen.
Plötzlich, entschied ich mich innerhalb von zwei Stunden, Hannover doch noch zu verlassen, um zu studieren. Also hieß es für mich: Auf Wiedersehen Niedersachsen und Servus Bayern. 
Viele fragen mich, wie ich auf Bayern kam. Ich weiß es selbst nicht. Ich war offen für etwas neues und ich machte mir kaum Gedanken, wo ich letztendlich landen werde.




Ich war also ziemlich spät dran und auch die Wohnungssuche war alles andere als einfach. Ich riskierte es und fuhr nur wegen einer Wohnungsbesichtigung nach Nürnberg. Die erste und einzige Wohnung wurde es.

Ich wusste: ein neuer Lebensabschnitt fängt bei mir nun an. Meine ersten eigenen vier Wände, in einer fremden Stadt, in einem ganz anderen Bundesland und das alles noch alleine! 

Als nun alle wichtigen Unterlagen in meinem Briefkasten waren und ich wusste, dass ich am Ende des Monats wegziehe, brach ein totales Gefühlschaos in mir aus. Mir wurde immer bewusster, dass all das, was ich da hatte, zurücklassen werde – Vielleicht nicht für immer, aber für eine längere Zeit auf jeden Fall. Ich fuhr durch die Stadt, ging spazieren und genoß die letzten Abende mit Freunden. Ich wusste nicht, ob ich traurig sein sollte, dass es die letzten Momente waren, oder ob ich einfach froh sein sollte, meinen Traum leben zu können und eine neue Herausforderung angenommen zu haben.

In Bayern angekommen, hat es bei mir nicht lange gedauert, bis ich mich eingelebt habe. Ich ging einkaufen, räumte die Wohnung auf und dann fing auch schon der Alltag an, der mir einfach sehr gefehlt hat. Bestimmt denken sich manche, ich sei verrückt, aber nein ehrlich, mir fehlte dieser bestimmte Tagesablauf, den ich nun wieder habe. Wobei man studieren einfach nicht mit der Schule vergleichen kann.




Jedes Mal aufs Neue, werde ich gefragt, wie man als Hannoveraner nach Bayern ziehen kann. Das soll nie verwerflich klingen, mittlerweile finde ich es selber etwas lustig. Mit dem Verständnis der Sprache habe ich ehrlich gesagt nur ab und zu Schwierigkeiten, vor allem wenn man mit älteren Menschen spricht. Die Menschen hier sind recht faul, nehmen das ,n‘ am Ende des Wortes nicht mit und nennen auch Gerichte anders, als wie ich es zum Beispiel kenne.





Es gibt hier keine Mischung wie in Hannover. Der Style unterscheidet sich hier kaum. Die Jungs laufen eher lässig rum, Jeans, Socken hochgezogen, Sneaker, ein zu langes T-Shirt mit einem Pulli drüber. Aber auch bei den Mädchen ist das nicht anders. Manchmal denke ich mir, dass ich zu schick angezogen bin oder dass ich statt einer Bluse einfach nur einen Pulli hätte anziehen soll. Und auch wenn man seinen eigenen Style hat, lässt man sich ab und zu inspirieren und findet den lässigen Look selber immer schöner.



Und ich muss ehrlich sagen, ich bereue diesen Schritt nicht und ich kann echt jedem nur an Herz legen: Wenn man genau weiß, was man studieren möchte, aber eher schlechte Karten in seiner Stadt hat: einfach wegziehen. Die ersten Tage sind eventuell schwierig, weil man nur an seine Freunde und Familie denkt, doch man ist stolz auf sich: man studiert, lernt neue Leute kennen und man wird selbstständig.



Mit meiner Wohnung bin ich sehr zufrieden. Natürlich ist noch nicht alles perfekt und hier und da fehlen noch paar Sachen. Doch solche Dinge brauchen Zeit. Ich freue mich, wenn ich euch bald, auf Instagram, ab und zu einen kleinen Einblick in die Wohnung verschaffen kann. Und auch für Coco ist es ein Paradies, weil er einfach überall rumhoppeln kann, egal ob unter dem Sofa, in der Küche oder unter meinem Schreibtisch während ich lerne. Auch Coco feiert ein kleines Jubiläum, er ist seit achtzig Tagen bei mir. 





Wer von euch musste auch schon einen Wohnungswechsel hinter sich bringen, um zu studieren oder zu arbeiten?